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VOLLANZEIGE #1264
Pichler, Wolfgang: Funktion und Wirkung Ilse Maria Aschners in der Grazer AutorInnen Versammlung. Diplomarbeit, 2008. * *http://textfeld.ac.at/text/1264/

Universität Wien | Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät | Institut für Germanistik
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ABSTRACT
Ich beschränke mich in dieser Untersuchung auf die Zeit des Wirkens von Ilse Maria Aschner als Sekretärin der Grazer AutorInnenversammlung (GAV), also die Jahre 1978 bis 1988, wobei das Ende dieser Zeitspanne aus den verschiedensten Gründen nicht so klar definiert werden kann wie deren Anfang; dieser ist klar mit der Einstellung von Ilse Maria Aschner als Sekretärin der GAV zu bezeichnen. Dass eine solche Untersuchung der Funktion und Wirkung einer Frau, die sich selbst nie als Schriftstellerin bezeichnen würde, legitim erscheint, ist auf die Erkenntnis zurückzuführen, dass Literatur und Kunst im Allgemeinen nicht von einzelnen "genialischen SchöpferInnen" geschaffen werden, sondern in einem bestimmten Umfeld und unter bestimmten Bedingungen. Eine Person, die das Umfeld und die Bedingungen vieler LiteratInnen (der GAV) wesentlich prägte war Ilse Maria Aschner. "Die charismatische Vorstellung vom Schriftsteller als "Schöpfer" führt dazu, alles auszuklammern, was mit der Position des Autors innerhalb des Produktionsfeldes und dem sozialen Werdegang zusammenhängt, der ihn dahin führte: einerseits die Genese und Struktur des durchaus spezifischen sozialen Raumes, in den der "Schöpfer" eingefügt ist, in dem er als solcher konstituiert wird und in dem sein "schöpferischer Entwurf" selbst sich gebildet hat; andererseits die Genese der zugleich generellen und spezifischen, gemeinsamen und individuellen Dispositionen die er in diese Position mitbrachte. Nur wenn Autor und Werk einer solchen schonungslosen Objektivierung unterzogen werden (und mit ihnen zugleich der Autor der Objektivierung) und alle Spuren des Narzissmus ausgemerzt werden, die den Untersuchenden mit dem Untersuchten verbinden und die die Reichweite der Untersuchung begrenzen, wird es möglich, eine Wissenschaft von den kulturellen Werken und ihren Urhebern zu begründen." Im Folgenden wird der Name Grazer AutorInnenversammlung im Allgemeinen nicht mehr ausgeschrieben sondern durch die im literarischen Feld bekannte und gebräuchliche Abkürzung GAV (sprich: gaf) ersetzt werden. 2Dieser Eintritt in die GAV als Sekretärin erfolgte mit Anfang September 1978. Eine solche schonungslose Objektivierung hat auch zur Folge, dass nicht mehr in Hierarchien gedacht werden kann, die besagen, diese Person sei wichtiger im literarischen Feld gewesen als jene. In diesem Sinne wird sich die vorliegende Arbeit darum bemühen aufzudecken, welche Funktion und Bedeutung Ilse Maria Aschner in der GAV hatte. In dieser Forschungsarbeit wird von der Tatsache ausgegangen, dass die untersuchte Person (die Akteurin im Feld der GAV) Ilse Maria Aschner an zentraler Stelle (im Sekretariat und Vorstand der GAV) Teil des fraglichen Feldes war. Ausgehend von dieser Gegebenheit wird versucht, die Bedeutung und Position die sie in diesem hatte zu erforschen. Nachdem es hier nicht um das Erlangen einer möglichst großen LeserInnenschaft oder um möglichst viel symbolisches Kapital geht (dazu wäre die Form einer Diplomarbeit zu unbedeutend und zu gefährdet in den Archiven zu verschwinden), konnte die Auswahl der untersuchten Person, ohne Rücksicht auf die Bekanntheit der selben erfolgen. Es wird untersucht werden, wie es zur Mitwirkung Ilse Maria Aschners an der Entstehung des Buches Politik der Gefühle von Josef Haslinger kommen konnte, welchen Einfluss sie auf das literarische Leben und vor allem das Leben der LiteratInnen im Umfeld der GAV hatte. Sowie die Konsequenzen, die ihre Tätigkeit und ihr Engagment für die Entwicklung dieses Vereins und seiner Strukturen hatte. Nachdem methodische Fragen geklärt werden, wird im weiteren die Geschichte der GAV bis zum Ende der Tätigkeit von Ilse Maria Aschner beschrieben, sowie eine Einordnung der GAV im Kulturgeschehen der entsprechenden Zeit versucht. Anhand von einigen Beispielen wird ein Einblick in die Karriere Ilse Maria Aschners als Journalistin gegeben. In einem weiteren Kapitel wird ihre Lebensgeschichte dargestellt, wobei es bei dieser Biographie im wesentlichen darum gehen soll die Bedingungen für die Entwicklung und Aneignung gewisser habitueller Eigenschaften Ilse Maria Aschners zu zeigen. Schließlich widmet sich ein Kapitel der Kernfrage nach der Wirkung und Funktion von Ilse Maria Aschner in der GAV. Zuletzt wird noch die Entstehung des Buches Politik der Gefühle4 dargestellt werden und der Beitrag von Ilse Maria Aschner zu diesem Werk erläutert. Die Conclusio soll schließlich mögliche Schlüsse aus der vorliegenden Arbeit andeuten, da diese im wesentlichen eine Darstellung der Position Ilse Maria Aschners im Feld der Literatur in Österreich mit soziologischen Mitteln ist und somit kaum weiterführende Deutungsansätze und Interpretationen liefert. Diese Arbeit liefert erstmals eine Untersuchung der Tätigkeit Ilse Maria Aschners in der Grazer AutorInnenversammlung. Dass sie in dieser eine wesentliche Rolle spielte scheint nach jahrelangen Untersuchungen außer Frage zu stehen, obwohl sie selbst nie behaupten würde, mehr als eine "recht gute Sekretärin" gewesen zu sein.
BEGUTACHTERIN
Wolfgang Müller-Funk

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