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THEMENCLUSTER: ONLINE


Online | Vernetzung und Kommunikation

Wo gibt es Netzwerke und wie bestimmen sie verschiedene Bereiche des Lebens? Kommunikation und Netzwerke stehen im Mittelpunkt der Beiträge dieses Themenclusters, aber immer auch in Wechselwirkung mit anderen Aspekten.

Hartmann, Frank
Philosophie der digitalen Medien. Paper/Artikel, 2003.

Holas, Katharina
Transmissionen zwischen Technik und Kultur. Diplomarbeit, 2007

Marton, Attila
Organisierte Kommunikation ohne Gesicht. Diplomarbeit, 2005

Müller, Thomas
Digitalisierung von Schrift und wissenschaftliche Kommunikation. Diplomarbeit, 2007

Pernkopf, Eugen
Sichere digitale Signatur in Österreich. Diplomarbeit, 2004

Prossliner, Daniela
Wireless. Diplomarbeit, 2006

Rieder, Gernot
Dimensionen einer Mensch-Computer Interaktion. Bakkalaureatsarbeit, 2007


"Online" ist hier nicht nur im herkömmlichen Sinne des Internet zu verstehen. Die Vernetzung an sich soll auch thematisiert werden, als Paradigma der Moderne, das schon lange in der Philosophie diskutiert wird.
So widmete sich Katharina Holas den aktuellsten Netzwerktheorien aus der Soziologie. Die Actor-Network-Theory wird in ihrer Diplomarbeit eingehender betrachtet. Hier geht es um so genannten soziotechnische Netzwerke, die sowohl aus menschlichen wie nicht-menschlichen Akteure bestehen. Dieser Ansatz wird mit dem Konzept der Übertragung kombiniert, wie es in der Mediologie nach Régis Debray vertreten wird.

Online war man schon im 19. Jahrhundert dank Telegraphenkabel, und das global. Doch was die Welt erst richtig zum globalen Dorf machte war die drahtlose Kommunikation. Daniela Prossliner geht zurück zu den Anfängen der Funktechnik und für den Leser bis zu den WLANs von heute. Damals wie heute können sich Utopien an die neuen Technologien, ob bei den Radio-Amateuren oder den Betreibern von Freien Funk-Netzwerken.

Auf das wissenschaftliche Kommunikationsnetzwerk im Wandel der Jahrhunderte konzentrierte sich Thomas Müller in seiner Diplomarbeit zur Digitalisierung von Schrift. Der Bogen reicht von den handgeschriebenen Codices bis zu den Online-Journals und Open Access. Die Makroperspektive soll die wechselseitigen Einfluss von Technik und, Kommunikationskultur und Wissenschaftsgeschichte veranschaulichen. In diesem Lichte stellt sich die Buchkultur als Voraussetzung und formende Kraft der empirischen Naturwissenschaften heraus. Bereits im 16. Jahrhundert entstand ein typographisches Netzwerk aus Autoren, Druckern und Buchhändlern. Diese "Gutenberg-Galaxis" bekommt nun im Wissenschaftsbereich Konkurrenz von der digitalen Schrift.

Das wirft die Frage auf, in wie weit von einer Philosophie des Digitalen gesprochen werden kann, so wie auch das Medium Buch schon eine Art des Denkens formte.
Frank Hartmann nähert sich in seinem Text dem Thema vom Fundamentalen her. Es gilt zunächst zu klären, was "digital" Überhaupt bedeutet und ausmacht. In ihrer Grundstruktur bauen die Schaltkreise der Digitalrechner ein Netzwerk im Mikrokosmos auf. Diese werden dann miteinander im Makrokosmos des Computernetzwerks verbunden. Die digitale Umwelt soll aber nicht kulturpessimistisch als weitere Entfremdung von "echter" (Face-to-face-)Kommunikation gesehen werden, sondern als weiterer Schritt zum emanzipatorischen Technikgebrauch, der das Wesen des Menschen ausmacht.

Den Zugang zu diesen Techniksphären schaffen die so genannten "Interfaces", die Benutzeroberflächen. Gernot Rieder hat sich in einer Bakkalaureatsarbeit mit der Mensch-Computer-Kommunikation befasst, mit Schwerpunkt auf das computergenerierte Bild. Die technischen Eigenschaften dieser Benutzeroberflächen werden mit theoretischen Modellen zur Mensch-Bild-Interaktion und Semiotik verbunden. "The interface is the message" ist das Fazit und das WWW zeigte es zuletzt am deutlichsten: erst mit Browsern, die Text und Bild zugleich darstellen konnten, begann das Netz in die Wohnzimmer einzuziehen.

Ein weiteres Beispiel eines Interface sind die Online-Rollenspiele. Der Soziologe Attila Marton führt in diese Welt ein, die für die einen Lebensbestandteil ist und von den anderen belächelt wird. Der soziale Ort wird von den Netzwerken neu definiert und ist nun nicht mehr zwangsläufig physisch existent. Wie wird diese "zeitlich und sachlich entkoppelte Kommunikation" bewältigt?

Was für jede Netzwerkkommuniktion gilt: wer sich ihrer bedient und deren Annehmlichkeiten genießen will, muss auch die Risiken einkalkulieren. Die Öffnung der Stand-alone-Rechner und der geschlossenen Intranets nach außen bedeutet auch möglichen unbefugten Zugriff. Der Kostensenkung durch Netbanking stehen beispielsweise aufwendige und teure Sicherheitssysteme gegenüber. Eugen Pernkopf beschreibt die digitale Signatur als unerlässlichen Schutz vor Missbrauch und was sie kann bzw. was sie nicht kann.

Das textfeld-Team bedankt sich bei allen Autorinnen und Autoren für die Beiträge und insbesondere bei Univ.-Doz. Frank Hartmann, der die von ihm betreuten AbsolventInnen zur Teilnahme aufgerufen hat.
INTERFACE

Der Zugang zu Netzwerken wird nicht zuletzt von der Benutzer- oberfläche bestimmt. Gernot Rieder über die Mensch- Computer-Interaktion. >>
PHILOSOPHIE DES DIGITALEN

Von den digitalen Mythen zu digitalen Realitäten: Frank Hartmann über den Übergang von analogen zu digitalen Netzwerken aus medien- philosophischer Sicht. >>
WISSENSCHAFT
Schon mit dem Buchdruck wurde ein weitverzweigtes Wissen- schafts-Netzwerk aufgebaut. Mit den neuen Technologien kommen große Veränderungen, beschrieben von Thomas Müller. >>
WIRELESS

Das Funken von den Anfängen bis in die Gegenwart: eine drahtlose Geschichte von Daniela Prossliner. >>
ACTOR-NETWORK-THEORY
Katharina Holas verknüpft selbige mit dem mediologischen Konzept der Übertragung. >>
SOZIALE GRUPPEN

Organisierte Kommunikation ohne Gesicht: Attila Marton erforschte die Welt der Cyber- netze und der Rollenspiel- Communities. >>
DIGITALE SIGNATUR
Offene Netze können auch unbefugten Zugriff auf Daten bedeuten. Eines der Gegen- mittel ist die Verschlüsselung. Eugen Pernkopf über die digitale Signatur. >>


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