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RICHTIGES ZITIEREN
Zitierregeln allgemein
Umgang mit Quellen
ABKRZUNGEN




Allgemeine Zitierregeln

Warum zitieren?
Was zitieren?
Form des Zitats
Systematisierung

Warum zitieren?

Korrekte Zitierungen sind in Texten mit wissenschaftlichem Anspruch aus mehreren Gründen notwendig.

1. Beweisfunktion: JedeR AutorIn muss Tatsachenbehauptungen, z.B. über die Zahl der ausgegebenen Euro-Banknoten am Neujahrstag 2002, belegen können.

2. Beleg bzw. Illustration der eigenen Thesen, Untermauerung durch die Heranziehung von Vordenkern; oder Gegenüberstellung von inhaltlich konformen bzw. kontroversiellen Zitaten; oder als Grundlage für Kritik an den betreffenden AutorInnen.

3. Nachvollziehbarkeit: Wer sich auf die Texte anderer bezieht, muss dafür sorgen, das jedeR LeserIn diesen Text und die betreffende Stelle wiederfindet. Andernfalls entzieht der/die AutorIn seiner/ihrer Arbeit jeder wissenschaftlichen Diskursqualität.

4. Schutz und Pflege des geistigen Eigentums: Ideen, Entdeckungen oder Beweise von jemand anderem als die eigenen auszugeben, gilt im wissenschaftlichen Bereich als indiskutabel. Ein derartiges Plagiat wird in einigen Ländern bereits mit Sanktionen wie der Aberkennung erlangter akademischer Grade oder der Exmatrikulation verfolgt.

Ausnahmen gelten nur für "allgemein bekannte Sachverhalte" - die Behauptung, dass die Erde rund sei, braucht man heutzutage in den allermeisten Fällen nicht durch Zitate zu belegen.


Was ist ein Zitat?

Als Zitat bezeichnet man die wörtliche oder sinngemäße Übernahme oder Wiedergabe von Texten oder Äußerungen anderer. Ein Zitat wird im laufenden Text unmittelbar nach Verwendung gekennzeichnet, und außerhalb des Textes identifiziert. Für die korrekte Verwendung von Textpassagen aus anderen Quellen gelten die Grundsätze der Erkennbarkeit, Genauigkeit, Unmittelbarkeit und Zweckmäßigkeit.

  • Erkennbarkeit: Dem/r LeserIn muss einsichtig sein, welche Textpassagen wörtlich oder sinngemäß vom/von der AutorIn stammen und welche nicht. Direkte (wörtliche) Zitate werden daher unter Anführungszeichen gesetzt; bei einer Länge von mehr als 2 Zeilen werden sie
    • stilistisch verändert, also beispielsweise einzeilig, eingerückt, und in anderer Form vom laufenden Text leicht zu unterscheiden, dargestellt.
    • Bei direkten wie indirekten (sinngemäßen) Zitaten ist die unmittelbar beigefügte Identifikation (Quellennachweis) unerlässlich.
  • Genauigkeit: Im direkten Zitat sind Worte, Wortstellung, Orthographie und Interpunktion - also auch Fehler - vom Original zu übernehmen. Auf Fehler macht man gewöhnlich mit dem Hinweis [sic!] nach dem betreffenden Wort/Zeichen aufmerksam. Inhaltlich ist zu beachten, dass der ursprüngliche Sinn beibehalten wird, und das Zitat nicht aus seinem originären Zusammenhang gerissen wird.
  • Unmittelbarkeit: Im allgemeinen sollten Originaltexte als Grundlage für Zitate herangezogen werden. Bei fremdsprachigen Texten wird nach Möglichkeit in Originalsprache zitiert (nach Ermessen des/der AutorIn mit beigestellter Übersetzung) - zwingend ist dies, wenn das zitierte Werk zentraler Gegenstand der Arbeit ist. Auf Sekundärliteratur kann zurückgegriffen werden, wenn entweder das Original nicht verfügbar ist, oder diese Vorgehensweise aufgrund des Umfangs des Gegenstandsbereiches vertretbar erscheint. In diesem Fall ist mit dem Hinweis "zitiert nach" bzw. "zit. n." kenntlich zu machen, dass es sich hier um ein Sekundärzitat handelt.
    ...Beispiel 1
  • Zweckmäßigkeit: Beim Gebrauch von Zitaten sollte der unmittelbare Bezug zur Thematik der eigenen Arbeit im Vordergrund stehen. Überflüssige Zitierungen sind zu vermeiden.

  • Form des Zitats

    Ein Zitat besteht aus zwei Teilen: aus der Zitierung selbst im laufenden Text, und einem aus Gründen der Lesbarkeit aus dem Text herausgenommenen Quellennachweis.

    Neben der Beachtung der oben erwähnten Prinzipien sind bei der Formulierung eines Zitats einige weitere Regeln zu beachten. Sie werden in jenen (häufigen) Situationen relevant, wenn es nicht möglich oder sinnvoll erscheint, eine Textpassage lückenlos wiederzugeben. Jeder Kommentar des/r AutorIn wird üblicherweise in runde oder eckige Klammern gesetzt.

  • Auslassungen ("Ellipsen"): Klammern Sie einzelne Wörter, Satzteile oder Sätze des Originals in Ihrer Zitierung aus, müssen Sie das durch drei Punkte an der jeweiligen Stelle [...] kennzeichnen. Sie dürfen durch eine solche Maßnahme aber niemals den Sinn des Zitats verändern.
    ...Beispiel 2
  • Ergänzungen: Sie sind dann angebracht, wenn notwendige oder sinnvolle Erläuterungen oder Anpassungen an die syntaktische Struktur des eigenen Textes erforderlich ist.

    • Eine Erläuterung ist mit den Worten "der/die VerfasserIn", "d. Verf." oder "Anm. d. Verf." zu kommentieren.
      ...Beispiel 3
    • Eine Anpassung wird in Klammern gefügt, braucht aber nicht durch einen Vermerk gesondert gekennzeichnet zu werden.
      ...Beispiel 4
  • Verschmelzungen: Gemeint ist die Einfügung einzelner zitierter Wörter oder Satzteile in einen eigenen Satz. Dies erfordert womöglich Anpassungen an die eigene syntaktische Struktur. Abgesehen von Anführungszeichen ist hier keine gesonderte Kennzeichnung erforderlich.
    ...Beispiel 5
  • Hervorhebungen: Es ist zulässig, einzelne Wörter oder Passagen in einem Zitat hervorzuheben, um den/die LeserIn auf etwas aufmerksam zu machen. Jedenfalls ist eine Hervorhebung zu kennzeichnen - hier stehen folgende Formulierungen zur Verfügung: "[Hervorhebung, nicht im Original]", "[Hervorh. vom Verfasser/von mir]", "[Hervorh., N.N.]", wobei "N.N." die Initialen des/r AutorIn meint.
  • Ebenfalls wie ein Zitat zu behandeln und daher mit Anführungszeichen, Kursivdruck, Unterstreichung, oder anderen stilistischen Hervorhebungen zu versehen, sind:

    - Buchstaben, Wörter, Sätze, die in den allgemein üblichen Sprachgebrauch eingegangen sind (z.B. "A" für Österreich an KfZ, die Farbe "Magenta"-rot, der "11. September")

    - fremdsprachige Ausdrücke und Anglizismen (z.B. "feedback")

    - Titel und Überschriften von Schriftdokumenten (z.B. "Neue Kronen Zeitung", "Rechnungshof-Bericht")
  • Zitate im zitierten Satz sind in "Apostrophe" zu setzen. Sie brauchen nicht identifiziert zu werden.
  • Längere, besonders fremdsprachige, Zitate sollten förmlich eingeführt werden, etwa mit der Formel "Hierzu führt XX aus.../Wie YY betont...".

  • Systematisierung

    Es gibt verschiedene Formen der Überbrückung zwischen Zitat im Text und nachgestelltem Quellennachweis. Die gängigste ist wohl die Fußnote oder Endnote. Diese werden durch hochgestellte Ziffern im Haupttext markiert. Bei indirekten Zitierungen kann diese Markierung entweder nach dem betreffenden Wort (wenn das Zitat nur ein Wort betrifft) bzw. Satzteil (z.B. Beistrich), oder nach dem satzbeendenden Satzzeichen (wenn das Zitat den ganzen Satz betrifft) platziert werden. Bei direkten Zitierungen befindet sich die Markierung unmittelbar nach dem beendenden Anführungszeichen.

    In der Fußnote bzw. Endnote selbst befinden sich die Angaben, welche eine Identifizierung der Quelle ermöglichen. Ist die Arbeit mit einem Literaturverzeichnis ausgestattet, sollte sich dort die vollständige Quellenangabe befinden. In diesem Fall genügt in Fußnote oder Endnote eine verkürzte Schreibweise. Diese beinhaltet bei der ersten Erwähnung jedenfalls Angaben zum/r VerfasserIn, Titel, Erscheinungsort, Erscheinungsjahr, und Seitenzahl der betreffenden Stelle. Bei wiederholtem Zitieren desselben Werks verweisen Sie mit den Hinweisen "a.a.O." (am angeführten Ort) oder "ebd." (ebenda) nach dem/r VerfasserIn auf die bereits erfolgte Erwähnung. Die genaue Seitenzahl der aktuellen Stelle sollten Sie allerdings auch hier nicht vergessen.

    Die amerikanische Zitierweise verzichtet auf Fußnoten oder Endnoten, indem sie an das Zitat angefügte Kürzel mit der abschließenden Literaturliste korrespondieren lässt. Auf das Zitat folgt, in Klammern gefügt, Autor, Erscheinungsjahr, und Seitenzahl des zitierten Werks: z.B. [Kocsisek 1999: 49ff]. Im alphabetisch geordneten Quellenverzeichnis am Ende der Arbeit findet man als LeserIn die restlichen Informationen zum zitierten Werk. Werden mehrere Publikationen des/r selben AutorIn mit dem selben Erscheinungsjahr angeführt, so müssen diese unterscheidbar gemacht werden [z.B. 1999a, 1999b, oder 1999(1), 1999(2)].


    ------------------------------------------------------------------

    Beispiel 1

    "Die Sprache ist ohne Einheit, es gibt nur Sprachinseln, jede wird von einer anderen Ordnung beherrscht, keine kann in eine andere übersetzt werden. Diese Zerstreuung ist an sich gut, sie muß geachtet werden. Was zur Krankheit führt, ist, dass eine Ordnung über die andere übergreift." Nachweis: Lyotard, J.-F.: Nach Wittgenstein. In: ders.: Grabmal des Intellektuellen. Graz 1985. S. 70. zit. n. Welsch, W.: Vernunft. 1. Aufl. Frankfurt/Main 1996, S. 418.


    Beispiel 2

    Original: "Zu Beginn hatten wir ja festgestellt, dass die ins Haus gelieferten wirklichen oder angeblichen Ereignisse durch diese ihre Lieferung zu Waren, und zwar, da jedes Ereignis in zahllosen Exemplaren ins Haus geliefert wird, zu Massenwaren werden." (Anders, G.: Die Antiquiertheit des Menschen 1. 7. Aufl. München 1992, S. 179.)

    Zitat: "Zu Beginn hatten wir ja festgestellt, dass die ins Haus gelieferten [...] Ereignisse durch diese ihre Lieferung [...] zu Massenwaren werden.


    Beispiel 3

    Original: Abschnitt 2: Günther Anders' Antiquiertheit des Menschen. "In seinem zweibändigen Werk dieses Namens hat Günther Anders drei Revolutionen analysiert, deren ersterer wir gerade noch mächtig waren, nämlich Herstellung von Maschinen erzeugender Maschinen." (Benedikt, M.: Kein Ende der Zukunft. 1. Aufl. Wien 1997. S. 125f.)

    Zitat: "In seinem zweibändigen Werk dieses Namens [Die Antiquiertheit des Menschen, Anm. d. Verf.] hat Günther Anders drei Revolutionen analysiert, deren ersterer wir gerade noch mächtig waren, nämlich Herstellung von Maschinen erzeugender Maschinen."


    Beispiel 4

    Original: Abschnitt 2: Günther Anders' Antiquiertheit des Menschen. "In seinem zweibändigen Werk dieses Namens hat Günther Anders drei Revolutionen analysiert, deren ersterer wir gerade noch mächtig waren, nämlich Herstellung von Maschinen erzeugender Maschinen." (Benedikt, M.: Kein Ende der Zukunft. 1. Aufl. Wien 1997. S. 125f.)

    Zitat: Benedikt beruft sich auf Anders' Analyse "drei[er] Revolutionen [...], deren ersterer wir gerade noch mächtig waren, nämlich Herstellung von Maschinen erzeugender Maschinen".


    Beispiel 5

    Original: "Der Psychopath wird als 'Rebell' beschrieben, als religiöser Fanatiker, der die herrschenden Normen und Gesetze durchbricht, dessen Haupteigenschaft Nicht-warten-Können und der außerstande ist, 'die Lust der Befriedigung hinauszuschieben' 'eine Unfähigkeit' die darauf schließen lässt, dass trotz des gezügelten 'Geltungsbedürfnisses' neben der misslungenen Über-Ichbildung auch die Ichbildung verkümmert ist." (Adorno, T. W.: Studien zum autoritären Charakter. 1. Aufl. Frankfurt/Main 1995. S. 330.)

    Zitat: Bereits Adorno reihte den "religiösen Fanatiker" unter seinen fünf Typen autoritärer Charaktere, nämlich unter dem Psychopathen, ein.



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